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Pique Dame von Alexander Puschkin

In der 1834 erschienenen Novelle wird die düstere Geschichte der hochbetagten und geheimnisvollen Gräfin Anna Fedotowna, ihrer schönen jungen Gesellschafterin Lisaweta Iwanowa und dem Pionieroffizier Hermann meisterhaft und spannungsvoll erzählt.

Hermann, getrieben von Ehrgeiz und Spielsucht, nutzt die Liebe, die ihm Lisaweta entgegenbringt, um sich Zutritt zum Hause der reichen alten Gräfin zu verschaffen. Diese, einstmals als die „russische Venus von Paris“ gefeierte und berüchtigte Dame, soll in ihrer Jugend erfahren haben, wie man im Kartenspiel mit drei Gewinnkarten unfehlbar zu Reichtum und damit auch zu Macht und Einfluss gelangen kann. Hermann wird versuchen, ihr dieses Geheimnis zu entreißen…

Wenngleich das Libretto zur gleichnamigen Oper nicht von Puschkin geschrieben wurde, diente die Erzählung als Inspirationsquelle zum großartigen Bühnenwerk des Komponisten. Doch wird die Geschichte in einzelnen, wesentlichen Punkten anders erzählt – ob man es nun dramatischer, kälter, böser oder gnädiger nennt – darüber lässt sich trefflich streiten.

Puschkin ist der erste der großen russischen Nationaldichter, der auch auf russisch schrieb (in den besseren Kreisen der russischen Gesellschaft sprach und schrieb man französisch). Tief und klar konnte er die Abgründe der menschlichen Seele erfassen. Die Novelle „Pique Dame“ ist ein Wechselspiel von Schauder und Ironie, Fiktion und Wirklichkeit und entführt uns in des pulsierende, schillernde St. Petersburg des 19ten Jahrhunderts.