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Winterreise

Die Winterreise, komponiert von Franz Schubert, gehört zu den bekanntesten Liederzyklen der deutschen Romantik. Es sind wehmütige, traurige Lieder, komponiert nach Gedichten von Wilhelm Müller. Die Musik ist so einzigartig, dass sie auf der ganzen Welt gespielt wird und dazu beigetragen hat, dass der Begriff des „Deutschen Liedes“ ein Gattungsbegriff in der musikalischen Kulturgeschichte wurde. „Der Lindenbaum“ ist wohl das bekannteste Lied aus dem Zyklus der Winterreise – eine Reise ins Ungewisse, in die Einsamkeit wohl gar in den Tod? Mit der Winterreise wird oft der Bezug zu Schuberts Krankheit, Ausgesetztheit und Bewußtsein vom Ende seines Lebens verknüpft. Die Moll-Tonarten bestimmen den Verlauf der Lieder, die Dur-Tonarten beschreiben die heftige, sehnsüchtige Hoffnung auf Glück, Leben und Liebe.

Die Verse von Wilhelm Müller  waren  es, die Schubert zu dieser vielschichtigen und bewegenden Musik inspiriert haben. Die Bilder der bewegten Natur, die Winde, Nebensonnen, der Schnee, der Frühling, bellende Hunde – alles das sind Metaphern für die tiefen, intimen Seelenzustände des Dichters und des Musikers, die in der Winterreise aufeinandertreffen. Der Sänger, der Dichter ist immer allein und steht isoliert mit seiner schmerzlich – liebreichen Einsamkeit.

Ob wohl diese wehmütige Stimmung heute, im Trubel und Rausch, zwischen den sachlichen Fassaden und den pragmatischen Lebensentwürfen des 21.Jahrhunderts endgültig überwunden ist? Wer hält was aus?

Wir können diesem wundervollen Werk nichts wirklich neues hinzufügen, was nicht schon andere Menschen beschrieben, studiert oder analysiert haben. Aber wir können es aufführen – vielleicht ein wenig anders als gewöhnlich. Hören Sie die Gedichte von Wilhelm Müller zunächst als gesprochene Dichtung, Wort für Wort – um dann in die musikalische Deutung Schuberts zu finden – rein Instrumental. Wir versprechen Ihnen, dass Sie, auch wenn Sie die Winterreise schon gehört haben,   diese nocheinmal neu und anders hören werden.