Der Schneesturm, nach Alexander Puschkin. Literaturkonzert

Literaturkonzert Köln präsentiert sein neues Winterprogramm 2025.

„Weil ich die Freiheit pries in mitleidlosen Tagen und für die Schuld um Gnade rief!“

Die Geschichten des verstorbenen Iwan Petrowitsch Belkin entstanden 1830. Puschkin (1799-1837) gilt als einer der bedeutendsten russischen Dichter, geradezu als Begründer der russischen Literatursprache. Sprach und las man doch in gebildeten Kreisen vor allem französisch. Wenn wir diese Geschichte ins Programm nehmen, dann in der Überzeugung, dass Kultur und Geist  in der Lage sind, die ungeheure Kluft zu überwinden, die uns durch die barbarischen Machthaber aufgezwungen wird. Puschkin, der immer wieder mit der Obrigkeit in Konflikt geriet, verbrachte viel Zeit im Exil. „Der Schneesturm“ entstand allerdings in einer Zeit, als Puschkin aufgrund der ausgebrochenen Cholera, Monatelang nicht von seinem einsamen Landgut zurück nach Moskau reisen konnte. (1831, dem Jahr seiner Hochzeit) Komik und Tragik liegen in dieser Geschichte eng beieinander, und sie ist bis heute hörenswert und unterhaltsam. Unwissen, mangelnde Lebenserfahrung, Verirrungen, guter Wille, Liebe und Lüge inmitten eines fürchterlichen Schneesturms, lassen ein Schauspiel vor uns  entstehen, das an „Verrücktheit“ kaum zu überbieten ist und doch zu einem guten Ende führt. Der Schneesturm, in welchem sich die Protagonisten verzweifelt verirren, ist vielleicht vergleichbar mit Shakespeares Ardenner Wald, mitten in einem Landstrich völliger Abgeschiedenheit und Einsamkeit. Hören Sie zu dieser fabelhaften Winter-Erzählung Klaviermusik der großen russischen Tradition, gespielt vom Konzertpianisten Cosmin Boeru.

Es liest Sibylle Bertsch.